Hannah Reincke

Freiwilliges Ökologisches Jahr (2021/2022) bei der Schutzstation Wattenmeer, Sankt Peter-Ording

>> Die Themengebiete Ökologie und Nachhaltigkeit sind zukunftsrelevant. Dementsprechend ist es mir sehr wichtig, dass ich meinen Teil für die Natur und die Umwelt beitragen kann. <<

Foto © Barbara Dombrowski

Foto © Barbara Dombrowski

Meeresmenschen-Audios

Hört rein, was Hannah zum Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), ihren Aufgaben und ihren Zukunftsplänen zu sagen hat:

Meeresmenschen Talk mit Hannah Reincke: Zukunft suchen zwischen Watt und Horizont

Stell dich doch zunächst einmal vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Hannah Reincke und ich mache hier mein FÖJ, also Freiwilliges Ökologisches Jahr, und ich arbeite seit August für die Schutzstation Wattenmeer hier in St. Peter-Ording.

Was hat Dich bewegt, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr einzulegen?
Zum einen interessiere ich mich für Ökologie und Nachhaltigkeit. Diese Themengebiete sind für mich sehr zukunftsrelevant. Dementsprechend ist es mir sehr wichtig, dass ich meinen Teil für die Natur und die Umwelt beitragen kann. Zum anderen wollte ich auch mal raus aus meiner Heimatstadt Hamburg, um etwas Neues zu erleben und um im Team zu arbeiten und hier etwas zu erreichen. Und die Natur und das Leben am Meer als Kontrast zum Leben in der Großstadt finde ich wirklich auch spannend.

Was sind Deine Aufgaben?
Wir sind hier auf der Meeresschutzstation-Wattenmeer in Sankt Peter-Ording acht Freiwillige im Team. Generell haben wir drei große Aufgabenbereiche.

Der erste ist die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen Führungen mit Touristen oder Klassen durch das Watt, Salzwiesen und Dünen. Dann haben wir unsere vogelkundlichen Führungen, Nachtwanderungen, verschiedene Workshops. Dann unsere Ausstellung und das Kino zum Thema Watt im Nationalparkhaus.

Der zweite Aufgabenbereich ist die Gebietsbetreuung.  Also wir haben ein Gebiet von etwa 40 Kilometern zwischen Eider-Sperrwerk bis zum Westerhever Leuchtturm.  Wir achten auf Störungen, also dass die Menschen ihre Hunde anleinen und nicht die Dünen betreten. Zudem achten wir natürlich auch auf die schönen Dinge zum Beispiel, wenn Pflanzen anfangen zu blühen. Es geht also darum, unser Gebiet im Überblick zu behalten, es zu kennen und es zu beschützen.

Zum dritten Aufgabenbereich zählen unsere hilfswissenschaftlichen Aufgaben. Also wir sind ja noch keine richtigen Wissenschaftler*innen, daher nur „Hilfswissenschaftler“. Dazu zählen zum Beispiel unsere Vogelzählungen, die wir alle zwei Wochen durchführen, weil Vögel immer ein guter Indikator dafür sind, wie es dem Nationalpark insgesamt geht. Dann haben wir verschiedene Monitoring-Aufgaben, wie zum Beispiel das Spülsaum-Monitoring. Also wenn das Wasser geht, bleibt sozusagen ein Rest am Strand, so eine Art Spur, das ist der Spülsaum. Da schauen und notieren wir, was angespült wurde. Dazu zählen in letzter Zeit vor allem viele Einweg-Mundschutzmasken.

Dann machen wir noch eine sogenannte Watt-Kartierung. Dazu gehen wir an bestimmten GPS-Punkten ins Watt und sehen uns genau an, was da lebt. Dazu nehmen wir Bodenproben und haben auch eine Stechröhre, mit der wir tiefere Proben nehmen können. Dann sieben wir das aus und schauen, was da für Lebewesen drin sind. Auch das wird dann ganz detailliert notiert.

Willst du auch nach deinem FÖJ weiter im Bereich Naturschutz etc. arbeiten?
Ich bin nicht mit einer Idee hier angekommen, dass ich weiß, womit es weiter geht. Aber da ich wie gesagt schon vorher die Themengebiete Nachhaltigkeit und Ökologie interessant fand, kann ich mir durchaus vorstellen, das auch weiter zu machen und in diese Richtung dann auch zu studieren, jedoch weiß ich da noch nichts Spezielles.

Hast du dich schon vor deinem FÖJ für den Naturschutz eingesetzt?
In Hamburg gibt es ja auch immer Fridays for Future, da bin ich auch gewesen, aber hatte keine höhere Position dort eingenommen. Ich finde es aber wichtig auf dieses Thema hinzuweisen und es verstärkt klarzumachen.

Bemerkst du persönlich schon Klimaveränderungen?
Ja, also ich finde, man merkt es schon jetzt. Früher als Kind konnte man im Winter mal Schlittenfahren, das ist heute nicht mehr möglich, weil es gar nicht mehr richtig schneit. Also ich finde, dass man schon jetzt Veränderungen merkt und damit das nicht schlimmer wird, muss man was tun.

Wie gefällt Dir Dein Freiwilliges Ökologisches Jahr?
Generell mag ich die Arbeit mit dem Team sehr gerne. Nach Corona und dem ganzen Allein-Sein tut es mir richtig gut. Außerdem gefällt mir das draußen sein total gut. Ich mag es, draußen zu sein, mich zu bewegen – man ist viel an der frischen Luft, tut was, bringt was bei, hat einen Sinn. Es macht einfach Spaß.

Ich mag auch den Kontakt mit den Menschen total, zum Beispiel bei den Führungen aber auch generell. Und mir gefällt auch die Pflanzenwelt total, da habe ich mich im Team jetzt etwas darauf spezialisiert. Ich bin deswegen auch viel in den Salzwiesen unterwegs. Darüber hinaus mag ich die Vielfalt hier. Ich finde es toll, dass wir hier so viele verschiedene Aufgaben und Tätigkeitsbereiche haben.

WEITERLESEN:
www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/st-peter-ording
www.oeko-jahr.de

Zur Meerspektive mit Johanna, ehemalige FÖJlerin beim BUND SH gehts hier.

Anmerkung der Redaktion: Das Gespräch wurde aufgezeichnet am 17.09.2021. Zur besseren Lesbarkeit wurde das Interview teilweise gekürzt, strukturiert und redigiert.